Fadenspiele

Donna Haraway hat das Fadenspiel zum Ausgangspunkt einer Denkfigur für Relationalität gemacht und damit für ein Wissen, das sich erst im Weiterreichen bildet, und für vernetzte Beziehungen, die im Vollzug ausgehandelt werden: „It matters what knots knot knots, what thoughts think thoughts, what ties tie ties.“ (Haraway 2016)

Diese Figur begleitet in diesem Semester meine Seminare an der Universität zu Köln, der Kunstakademie Münster und der Katholischen Hochschule NRW in Münster, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven kollaborativer Praxis und partizipativen Strategien in Kunst und Kunstpädagogik widmen.

Mit Studierenden an der Kunstakademie führt das in ein künstlerisch-forschendes Arbeiten an einem außerhochschulischen Kulturort. In Kooperation mit der B-Side Münster erschließen die Studierenden, wie sich ein Kollektiv organisiert und entwickeln mit den Akteur*innen vor Ort ein partizipatives Projekt für das Haus. Unter der Frage „Who cares?“ gilt die Aufmerksamkeit dabei dem Übersehenen und damit den Praktiken der Sorge, Pflege und Instandhaltung, die einen solchen Ort tragen und selten sichtbar werden.