Virale Bilder. Eine kunstdidaktische Betrachtung des Online-Memes

Das Seminar Virale Bilder. Eine kunstdidaktische Betrachtung des Online-Memes, das ich im kommenden Sommersemester an der Kunstakademie Münster halten werde, fragt nach den neuen Formaten und der spezifischen Bildästhetik, die durch ‚virale‘ Bilder im Netz geprägt wird.

Welchen Einfluss haben diese auf die zeitgenössische Kunst und wie wiederum wirken die Methoden und Strategien der Avantgarde-Bewegungen des letzten Jahrhunderts in diesen neuen Bildformen nach?

Ein Auszug aus dem Vorlesungsverzeichnis:

„Naive MS Paint-Strichzeichnungen unterlegt mit lautmalerischen Kommentaren in weißen Blockbuchstaben? Haustiere im Strahlenkranz? Benebelte Kleinkinder? Selfie-Fails? Wem diese Aufzählung obskur, disparat oder nahezu unverständlich erscheint, dem ist die Meme-Kultur, die sich als spielerische Bildpraxis in den vergangenen Jahren im Internet entwickelte, ausbreitete und heute dort vom täglichen Nonsens bis zur politischen Teilhabe den Alltag Vieler mit bestimmt, vermutlich noch wenig präsent.

Alle anderen wissen: ‚Cat Content‘ ist en vogue! (…)

Was zeichnet diese Bilder aus, die zum neuen medialen Alltag Jugendlicher gehören und die gerade in ihrer unbegrenzten technischen Reproduzierbarkeit ihren Erkennungs- und Verbreitungswert finden? Wie verlaufen die Zyklen ihrer Produktion, Ausbreitung und Modifikation? Wie entwickeln diese Bilder ein unvorhersehbares ‚Eigenleben’ und zersetzen sich schließlich zu Referenzmaterial für den nächsten Hype?

Ausgehend von diesen Fragen soll sich Rahmen des Seminars forschend mit der Relevanz dieser Online-Memes für die Sehgewohnheiten und Gestaltungsspielräume Jugendlicher beschäftigt werden. Dabei sollen kunstdidaktische Perspektiven im Vordergrund stehen, die es ermöglichen, die an diesen visuellen Phänomenen geschulte Bildkompetenz Jugendlicher produktiv in den Kunstunterricht Eingang finden zu lassen.“